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  • Negativ
  • vor 1945

Bei dem aufwendig gestalteten Kreuz aus dem Kirchenschatz von St. Michael handelt es sich um ein sogenanntes Gemmenkreuz (crux gemmata), das flächendeckend mit Edelsteinen, Perlen und Filigran geschmückt ist. Die Bezeichnung ‚Bernwardkreuz‘ ist auf den Hildesheimer Bischof Bernward (950/960-1022) zurückzuführen, der für eine rege Kunstproduktion in Hildesheim sorgte. Sein Schüler und Verbündeter, Kaiser Otto III., schenkte ihm eine Kreuzreliquie, die als wichtigstes Element das Zentrum des Objektes schmückt. Das kleine Goldkreuz im oberen Bergkristall gehörte wohl ebenfalls Bischof Bernward und wurde nach seiner Heiligsprechung selbst zur Reliquie.

Im bunten Universum von Edelsteinen auf diesem Objekt sind ebenfalls antike Gemmen (Schmucksteine mit Bildschnitzereien) eingeflochten. Diese spannenden Elemente fallen erst beim genaueren Betrachten des Kreuzes auf. Dank der fesselnden Makroaufnahmen auf Glasplatten, die sich im Nachlass des Hildesheimer Fotografen Hermann Wehmeyer erhalten haben, lassen sich die qualitätvolle Schnitzereien auf den Gemmen aus nächster Nähe betrachten und studieren. 

Im historischen Fotoarchiv haben sich neben Gesamtaufnahmen des Objektes ebenfalls Teilaufnahmen des Bernwardkreuzes erhalten, die seinen Zustand dokumentieren. Hier steht der obere Kreuzbalken im Fokus. Unter dem großen Bergkristall ist eine kleine spitzovale Gemme zu sehen, von der eine Detailaufnahme folgt und die Zoom-Möglichkeiten dieser alten Fotografietechnik verdeutlicht. Bei den zarten rosa Markierungen im Bild handelt es sich um keine schmückende Färbungen, sondern um gezielte Retuschen, die im Positivbild für ausgewogene Graustufen sorgen. Ähnliche Retuschen lassen sich ebenfalls bei anderen Glasplatten im Fotoarchiv finden, wie zum Beispiel beim Adlerpult.

Maße
12,6 cm × 17,5 cm
Fotograf
Hermann Wehmeyer
Copyright
Dommuseum Hildesheim
Datierung
nach 1945/bis ca. 1970