Bei dem aufwendig gestalteten Kreuz aus dem Kirchenschatz von St. Michael handelt es sich um ein sogenanntes Gemmenkreuz (crux gemmata), das flächendeckend mit Edelsteinen, Perlen und Filigran geschmückt ist. Die Bezeichnung ‚Bernwardkreuz‘ ist auf den Hildesheimer Bischof Bernward (950/960-1022) zurückzuführen, der für eine rege Kunstproduktion in Hildesheim sorgte. Sein Schüler und Verbündeter, Kaiser Otto III., schenkte ihm eine Kreuzreliquie, die als wichtigstes Element das Zentrum des Objektes schmückt. Das kleine Goldkreuz im oberen Bergkristall gehörte wohl ebenfalls Bischof Bernward und wurde nach seiner Heiligsprechung selbst zur Reliquie.
Im bunten Universum von Edelsteinen auf diesem Objekt sind ebenfalls antike Gemmen (Schmucksteine mit Bildschnitzereien) eingeflochten. Diese spannenden Elemente fallen erst beim genaueren Betrachten des Kreuzes auf. Dank der fesselnden Makroaufnahmen auf Glasplatten, die sich im Nachlass des Hildesheimer Fotografen Hermann Wehmeyer erhalten haben, lassen sich die qualitätvolle Schnitzereien auf den Gemmen aus nächster Nähe betrachten und studieren.
Das um das Jahr 1150 entstandene Bernwardkreuz gehört zu den bedeutendsten Objekten aus der Sammlung des Dommuseums. Die qualitätvolle und künstlerisch anspruchsvolle Ausarbeitung mit Filigran, großen Bergkristallen, Edelsteinen und antiken geschnitzten Steinen dient als Schmuck und Rahmung für die Kreuzpartikel, die als wichtigstes Element die Mitte des Objektes zieren. Es haben sich dementsprechend zahlreiche Aufnahmen des Bernwardkreuzes im historischen Fotoarchiv des Dommuseums erhalten, die seine prominente Rolle in Sonderausstellungen und wechselnden Inszenierungen der Sammlung dokumentieren. Auf diesem Diapositiv sehen wir das Objekt und seine Montage auf einem Holzsockel, der zu der Präsentation aus dem Jahr 1978 im Diözesanmuseum gehörte.