In den Mittagsstunden des 22. März 1945 ereignete sich der schwere Bombenangriff auf Hildesheim, der zu einer nahezu vollständigen Zerstörung des Domkomplexes führte. Trotz weitreichender Luftschutzmaßnahmen wurde der alte Dom in seiner materiellen Substanz fast vollständig ausgelöscht. Alle Maßnahmen zum Schutz eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt waren erfolglos. Diesem tiefen Einschnitt in der Geschichte des Ortes widmet sich der nächste Pfad. Es existieren zahlreiche Aufnahmen der Domruine, die ihren Zustand vor dem Wiederaufbau dokumentieren.
Einige der Foto-Objekte haben dagegen einen künstlerischen Anspruch und konzentrieren sich eher auf die Wiedergabe der besonderen Atmosphäre, die den zerstörten Raum prägte. Eine kleine Auswahl solcher Eindrücke wird Ihnen im Folgenden präsentiert.
Ohne Zweifel handelt es sich hierbei um eine der ausdrucksvollsten Fotografien der Domruine. Hier geht es weniger um den Anspruch einer sachlich-dokumetarischen Wiedergabe des zerstörten Langhauses, sondern eher um die Beobachtung eines sorgfältig ausgewählten Details. Wir blicken durch die Bogenstellung der südlichen Mittelschiffwand hindurch und erblicken zwei der stark zerstörten Kapellen des südlichen Seitenschiffes. Eine dünne Schicht Schnee bedeckt den Boden, es war ein sonniger und dennoch kalter Tag. Die Aufmerksamkeit des Fotografen richtet sich auf die Lichtreflexe der Fenster im Seitenschiff. Die Schatten der rundbogigen Fenster projizieren sich an den Kapellenwänden. Dadurch entsteht ein trügerisches Spiel mit Licht und Schatten, da die eigentlichen Fenster nicht zu sehen sind.