Ein besonderes Details verbirgt sich in der roten Fläche auf dieser Glasplatte, die den Kreuzgang mit der Annenkapelle und die Domruine im Hintergrund im Zustand nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs zeigt. Deutlich zu sehen ist das neue Dachwerk mit einer Kuperabdeckung, die aus Resten des zerstörten Domes bestand. Bei den rot eingefärbten Stellen handelt es sich um Retuschen. Sie sind auf einen unterbelichteten (Schatten-) Bereich aufgetragen, der im Abzug zu dunkel geworden wäre. Da Fotopapier für rotes Licht nicht empfindlich ist, sorgt die rote Farbe hier für eine Aufhellung.
Die mysteriöse Silhouette, die man in der unteren rechten Ecke der retuschierten Fläche sieht, ist wohl der Schatten des Fotografen, wie er gerade die neben ihm stehende Kamera auslöst. Betrachtet man die Bildperspektive, müsste er sich auf dem östlichen Flügel des Kreuzgangs bei vollem Sonnenschein befunden haben. Somit handelt es sich hierbei um ein außergewöhnliches Selbstporträt des Fotografen Hermann Wehmeyer.