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  • Silbergelatineabzug
  • nach 1945

Der sogenannte Rittersaal und seine Verwandlungen spielen genauso wie die Antoniuskirche (siehe vorheriges Kapitel) bis heute eine wichtige Rolle in der Geschichte der Museumssammlung. Als ‚Rittersaal‘ bezeichnete man einen reich ausgeschmückten Sitzungssaal auf der Südostseite des Domes. Dort traf sich unter anderem die Hildesheimer Ritterschaft, woher auch der besondere Name dieses Raumes stammt. 

Die Museumssammlung besteht aus dem Domschatz und aus weiteren Kunstwerken aus weiteren Kirchen und Klöstern. Während der Domschatz Teil der mittelalterlichen Ausstattung der Domkirche war und auf einer langen Geschichte zurückblickt, stammt die Gründungsinitiative eines diözesanen Museums erst aus dem 19. Jahrhundert und ist mit Bischof Eduard Jakob Wedekin (1796-1870) eng verbunden. Er sammelte sakrale Kunstwerke aus Hildesheimer Klöstern und Kirchen und setzte sich für die Einrichtung eines Museums für ihre Aufbewahrung ein. Da die Objekte des Domschatzes aktiv in der Liturgie Verwendung fanden, wurden diese kostbare Gegenstände in unmittelbarer Altarnähe an einem gut gesicherten Ort im Chorbereich des Kirchengebäudes aufbewahrt. 

Für das neu geplante Museum musste man dagegen zunächst nach einem geeigneten Ort suchen. Die Wahl fiel auf dem Rittersaal, der ab 1871 für die Nutzung als Diözesanmuseum eingerichtet wurde. Zu der angedachten Museumsgründung kam es allerdings erst im Jahr 1978. Auch heute ist der Rittersaal in das Museumsgebäude integriert und birgt einen Teil der Museumssammlung.

Richarda Kurzbach Zeitzeugin
Richarda Kurzbach, die die Ereignisse im März 1945 selbst erlebte, berichtet von jener Zeit und den verheerenden Folgen, die auf den Fotos sichtbar sind.

Der kleinformatige Silbergelatineabzug dokumentiert die Ruine des Rittersaales nach den verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Wir blicken auf die Nord- und Ostwand der Ruine. Zu sehen ist ein Fragment des Wandgemäldezyklus von Joseph Gregor Winck, der den Rittersaal mit Wand- und Deckengemälden ausstattete. Im Hintergrund ist der Dachgiebel der Annenkapelle zu sehen, die sich in der Mitte des Kreuzganges befindet. Auch sie blieb von den Kriegszerstörungen nicht verschont. Der neue Dachstuhl zeugt jedoch von dem beginnenden Wiederaufbau des Domkomplexes.

Maße
10,2 cm × 14,3 cm
Fotograf
unbekannt
Copyright
Dommuseum Hildesheim
Datierung
nach 1945, September 1946(?)
Für einen Einblick in die Geschichte der Annenkapelle