Die Tierkampfszene gehört zu den ausdrucksvollsten Bronzeplastiken Hildesheimer Produktion aus dem 13. Jahrhundert. Die naturalistische Darstellungsweise wird geschickt mit der Funktion des Kunstwerkes kombiniert. Heutzutage wird die Tiergruppe im sogenannten Rittersaal im Dommuseum ausgestellt, jedoch bis zur Auslagerung im Zweiten Weltkrieg diente sie als Lesepult und war an der Kanzel des Domlettners angebracht.
Der Adler, der über einen zusammengekauerten Drachen und somit über das Böse triumphiert, ist ein symbolisch aufgeladenes Sinnbild, das den zentralen Predigtort im Dom markierte. Auf den ausgebreiteten Schwingen des Raubvogels wurde das liturgische Buch gelegt, zwei zurückgebogene Schwanzfedern dienten dem sicheren Halt des Buches. Im historischen Fotoarchiv des Dommuseums haben sich ausdrucksvolle Aufnahmen des Adlerpultes erhalten, die die Dynamik der Kampfszene einfangen und bewusst ins Szene setzen.
Vorhanden sind sowohl rein sachlich-dokumentarische Fotografien als auch dramatisch aufgeladene Kompositionen, die den Akzent auf die Emotionen der Protagonisten setzen. Als gestalterische Bildmittel dienen dabei primär die Wahl des Bildausschnitts und die Kameraperspektive in Bezug auf die Figurenachsen.
Abbildungen von Skulpturen bis in die 1950er Jahre hinein und oft auch darüber hinaus zeigen den Bildraum um die Skulptur herum in eine weiße oder schwarze Fläche aufgelöst. Bei dieser Fotografie, die die Rückseite des Objektes dokumentiert, wird ebenfalls deutlich, dass der Hintergrund im Negativ retuschiert wurde, um die Skulptur von ihrer Umgebung zu isolieren. Durch die vollständige Aufhebung des Hintergrundes erfolgt die Betonung der Umrisse sowie die Hervohebung formaler Merkmale wie die Binnenzeichnung des Federkleides des Adlers.