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  • Lichtdruck
  • vor 1945

Als Lettner bezeichnet man eine meistens kunstvoll gestaltete Schranke, die in Kirchen den Raum für das Priester- und Mönchskollegium vom übrigen Raum trennte. Der elaboriert geschmückte Renaissancelettner aus Sandstein aus dem Hildesheimer Dom ist eine Stiftung des Domherrn Arnold Freitag (gest. 1546). 

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts erhob sich dieser als Raumteiler zwischen Langhaus und Domherrenchor sowie als Predigtort an zentraler Stelle in der Vierung des Doms. Die Geschichte des Lettners und des Adlerpultes ist ineinander verwoben. Bevor beide ein museales Dasein führten, wechselten sie mehrmals den Ort ihrer Aufstellung. Ursprünglich befand sich das Adlerpult im Dom und wurde bis zu seiner kriegsbedingten Auslagerung in den Renaissance Lettner integriert. Das Adlerpult stand auf einer eigens dafür geschaffenen Säule an der Kanzel der steinernen Bilderwand. 

Höchstwahrscheinlich wurde die ältere Bronzeplastik vom Vorgängerlettner übernommen. 1942 wurde der Lettner vorsorglich ausgelagert und im Zeitraum 1953-56 erfolgte sein Wiederaufbau im Dom, jedoch ohne die Säule mit dem Adler. Es dauerte nicht lange und man stellte den Standort des Lettners im neu aufgebauten Dom in Frage und verlagerte diesen in die benachbarte Antoniuskirche. 

Die großformatige Ansichtskarte zeigt den Blick in das Mittelschiff des Hildesheimer Domes mit barocker Ausstattung. Ein spannendes Detail sind die zwei Aufschriften am unteren Bildrand. Auf der linken Seite ist »3280. Hildesheim, Dom Inneres« zu lesen, während auf der rechten Seite »Verlag v. Zedler u. Vogel, Kunstanstalt Darmstadt.« vermerkt ist. Dabei handelt es sich um eine Lichtdruckanstalt mit Sitz in Darmstadt, die ab 1890 bis ca. 1925 fortlaufend nummerierte Ansichtskarten aus zahlreichen Städten verlegte. Gründer und Inhaber des Verlags waren der Fotograf Carl Zedler (1864-1942) sowie Hermann Christian Vogel (1860-1945). Unter dem Namen »Kunstanstalt Darmstadt« existierte die Druckerei noch 1942 unter der Leitung von Carl Zedlers Sohn, Heinrich Zedler. Bei dem Lichtdruck handelt es sich um ein Edeldruckverfahren, das bevorzugt für profesionelle Reproduktionszwecke wie für die Herstellung von Illustrationen für Bücher, von Faksimiles sowie von Ansichts- und Postkarten eingesetzt wurde. Bemerkenswert dabei ist die hohe Qualität der Druckerzeugnisse, die heute nicht einmal von modernsten elektronischen Druckverfahren erreicht werden kann. Momentan existieren weltweit nur noch drei Lichtdruckereien, eine davon befindet sich in Leipzig.

Maße
20,8 cm × 26,9 cm
Fotograf
unbekannt
Copyright
Dommuseum Hildesheim
Datierung
nach 1925/vor 1945