Der malerische Kreuzgang des Hildesheimer Domkomplexes birgt neben dem 1000-jährigen Rosenstock ein weiteres Wahrzeichen dieses verwunschenen Ortes, nämlich die Annenkapelle. Die Stiftung des kleinen Juwels gotischer Architektur ist durch eine Urkunde aus dem Jahr 1321 belegt. Ihre ursprüngliche Funktion war mit dem Totengedenken verbunden: Hier sollten Seelmessen für die Verstorbenen gelesen werden.
Im historischen Fotoarchiv gut dokumentiert ist jedoch ihre temporäre Nutzung als Ausstellungs- und Aufbewahrungsraum für eine Reihe von Kunstwerken, die nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und während des Wiederaufbaus des Domes hier aufgestellt und besichtigt werden konnten. Im Vergleich zu anderen Bereichen des Domkomplexes und des Domes selbst, blieb das kleine Gebäude weitestgehend verschont von den verheerenden Zerstörungen, die der Bombenangriff am 22. März 1945 auf Hildesheim brachte. Unter anderem fand auch das Adlerpult, dem hier einen eigenen Pfad gewidmet ist, zeitweise Unterschlupf in der Annenkapelle. Die Rolle als Ausstellungsraum verleiht dem Sakralbau eine besondere Atmosphäre, die in den historischen Aufnahmen nachzuspüren ist.
Auf dem Glasplattennegativ ist die Annenkapelle mit Teilen vom romanischen Kreuzgang und vom Friedhof im Vorkriegszustand zu sehen. Die Darstellung dokumentiert und vermittelt zugleich einen Eindruck von der malerischen Umgebung der Annenkapelle.